Der Verein

ARBÖ Ortsklub Selzthal

Der Verein ist laut Statuten ein Zweigverein des Auto-, Motor- und Radfahrerbundes Österreich (ARBÖ) mit einem derzeitigen Mitgliederstand von ca. 490, betreibt eine Waschanlage im Sportzentrum und organisiert verschiedene Veranstaltungen. Die Einkünfte des Ortsklubs werden zum überwiegenden Teil durch Erträge aus Veranstaltungen erwirtschaftet und zum Teil für gemeinnützige und wohltätige Zwecke weiterverwendet.

Die Rekonstruktion der Gründungsgeschichte des ARBÖ Ortsklub Selzthal gestaltete sich schwierig. Belegt ist, dass 1924 ein Vorgängerverein namens „ARBEITER RADSPORTVEREIN ALPENROSE SELZTHAL“ gegründet wurde. Anhand eines Sitzungsprotokolls aus dem Jahre 1954 konnten drei Gründungsmitglieder eruiert werden: Herr Franz Preslmaier, Herr Karl Leitner und Herr Jakob Machiori. Der Verein dürfte bereits im Ständestaat unter Dollfuß verboten worden sein. Es fehlen jegliche Unterlagen, sie sind vermutlich gründlich versteckt oder vernichtet worden. Weiters belegt dieses Protokoll die Wiedergründung des Vereines im Jahre 1947 als „RAD- UND KRAFTFAHRER-ORTSGRUPPE SELZTHAL“ des „Arbeiter Rad- und Kraftfahrerbund Österreichs“, als Gründungsmitglieder werden Herr Max Leitner, Herr Ernold Thaler, Herr Ferdinand Schwab und Herr Karl Hippesroiter angeführt. Im Vereinsregister wird das Gründungsdatum mit 27. 11. 1947 angeführt. Anscheinend wurde der Verein dann aufgelöst bzw. wurden keine Aktivitäten durchgeführt. Die definitive Wiedergründung datiert mit 1953, die erste vollständige Liste der Ausschussmitglieder stammt vom 17. 12. 1954, das erste Protokoll einer Jahreshauptversammlung trägt das Datum 15. 12. 1962:


  1954  1962 
Obmann  Karl Hippesroiter  August Eingang 
Stellvertreter:  August Eingang  Franz Haynie, Gustav Gründler  
Kassier:  Ludwig Forstner  Josef Holl  
Stellvertreter:  Friedrich Loberauer  Ludwig Forstner  
Schriftführer:  Ernold Thaler  Alfred Blindhofer  
Stellvertreter:  Max Leitner  Alois Eckmann sen. 
Kontrolle  Ernst Schmollngruber, Jakob Machiori  Jakob Machiori, Siegmund Weber, Ferdinand Schwab  
Beisitz  Franz Huber  Franz Ibitz, Herr Beichtbuchner u. Schleifer 
Sanität/Sport  Livia Andreatta  Sigi Weber, Gustav Gründler 
Fahrwarte:  Ferdinand Schwab, Leopold Selinger   

Die Aktivitäten in den 60er Jahren zeigen ein reges Vereinsleben: Es wurden Ausfahrten veranstaltet, Kfz-Teststationen organisiert, es wurde an verschiedenen Geschicklichkeitsfahrten teilgenommen, ein Zeltverleih für die Mitglieder eingerichtet, am Aufmarsch zum 1. Mai beteiligte man sich regelmäßig. Ab 1962 wurde damit begonnen, den (heute traditionellen) Maskenball durchzuführen. Der Verein hatte in diesen Jahren bereits mehr als 200 Mitglieder. Als besonderer Höhepunkt kann 1963 eine Begleitfahrt für den damaligen Bundespräsidenten Dr. Adolf Schärf durch den Bezirk Liezen genannt werden. Problematisch waren die ständigen Schwierigkeiten, ein passendes Vereinsheim zu finden, da das alte bereits baufällig war, 1967 wurde dem Verein der ehemalige Gemeindearrest im Gemeindeamt zugewiesen.

Mitte der 70er Jahre wurde der Bau der ersten Waschanlage begonnen, welche 1977 fertiggestellt wurde. Diese wurde im folgenden Jahr durch eine Garage ergänzt. In einem Protokoll des Jahres 1978 findet sich der erste Beleg für die Durchführung eines Radwandertages am 18. Juni 1978, welcher seitdem alljährlich organisiert wird. 1979 kam es zu einem weiteren Ausbau der Waschanlage. Weiters wurden in diesem Jahrzehnt regelmäßige Klubabende mit Rechtsvorträgen, Radgeschicklichkeitsfahrten, verschiedene Ausflüge und Bildersuchfahrten durchgeführt, es wurden auch Streckenposten für Rallyes gestellt. Im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 24. 11. 1979 wird als Gast der Landtagsabgeordnete Laurich angeführt, das unterstreicht die regionale Bedeutung des Vereines. Als Vereinsheim scheint der Gasthof Forstner (Gosch) auf. Der Mitgliederstand betrug ca. 460, wie alljährlich war anlässlich dieser Sitzung der ARBÖ-Bezirksobmann Maderthaner anwesend. Folgende Funktionäre wurden anlässlich dieser Sitzung gewählt:


Obmann:  Alois Dobesberger  Schriftführer:  Karl Anderwald 
Stellvertreter:  Hubert Eberl  Stellvertreter:  Gottfried Pfarrsbacher  
Kassier:  Engelbert Peer  Kontrolle:  Josef Holzmüller Manfred Pirz 
Stellvertreter:   Erwin Hillbrand  Ehrenobmann:  August Eingang  
Sportwarte:  Günter Kirchmayr Ing. Karl Schaunitzer  Beiräte:  Schmollngruber Ernst, Gernot Parmann, Heinz Weniger, Heinrich Gampmaier 
Technik  Ing. Josef Huber  Waschplatz:  Franz Hackl  

Im Jahre 1981 wurde zum ersten und zweiten Mal der Radmarathon durchgeführt, insgesamt wurden in diesem Jahr sieben Radsportveranstaltungen abgehalten. Am 28. 9. 1984 wurde die Radsportsektion gegründet, die Leitung dieser hält bis dato Manfred Pirz in Händen. Ziel der Aufteilung der Vereinsagenden war es, die Organisation des Radmarathons, von Radrennen, die Betreuung der Radsportler und des Nachwuchses unter ein Dach zu bringen. Es konnte tatsächlich eine verbesserte Betreuung der Radsportler erreicht werden, was sich auch in Erfolgen bei nationalen Veranstaltungen niedergeschlagen hat und sich noch heute bewährt. So konnte die Radsektion 1986 immerhin 16 Siege bei verschiedenen Radsportbewerben verzeichnen, die Erfolgsserie hat bis heute angehalten. In den achtziger Jahren verzeichnete der Ortsklub ungefähr 500 Mitglieder. Anlässlich der Generalversammlung vom 24. 11. 1989 wurden folgende Funktionäre aufgestellt:


Obmann:  Engelbert Peer   Schriftführer:  Karl Anderwald 
Stellvertreter:  Ing. Karl Schaunitzer   Stellvertreter:  Karl-Heinz FRITZ  
Kassier:  Karl Pfarrsbacher   Ehrenobmann:  August Eingang  
Stellvertreter:   Hermann Möse   Kontrolle:  Ernst Schmollngruber, Ing. Josef Huber, Josef Holzmüller  
Beiräte:  Alois Eckmann sen., Heinz Weninger, Josefine Eberl, Alois Dobesberger, Raimund Kanzler   Beiräte:  Hubert Eberl, Heinz und Maria Kahr, Franz Hackl, Johann Wimmer, Walter Riederer  
Radsektion:  Manfred Pirz, Helmut Stelzer      

1991 wurde der Beschluss für den Bau einer neuen Waschhalle mit Büro und Lagerraum gefasst. Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgte in den Jahren 1992 und 1993. Nur durch die großartigen, freiwilligen Leistungen der Vereinsmitglieder konnte dieses Bauvorhaben durchgeführt werden, wobei der Verein bis an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geriet. Die Räumlichkeiten beim Waschplatz sind nun seit 1994 das Vereinsheim. Aufgrund der großen Belastungen der letzten Jahre (das Bauvorhaben benötigte über 1200 unentgeltliche Arbeitsstunden), wurde 1993 kein Radmarathon veranstaltet. Mit der Fertigstellung des Vereinsheimes ist aber eine vermehrte Teilnahme an innerörtlichen Veranstaltungen (Faustballturniere, Fußballturniere) in den Protokollen verzeichnet. Aber bereits ab 1994 kam es auch zu einer Intensivierung der Bemühungen um den Radwandertag und den Radmarathon (Radboom). Leider verzichtete die Radsektion ab 1994 darauf, weitere Radrennen zu veranstalten.

Nach wie vor veranstaltet der Ortsklub den Maskenball im Fasching. 1999 wurde er erstmals am Faschingsamstag abgehalten, um dem Besucherschwund am Faschingdienstag entgegenzuhalten. Letztlich war diese Entscheidung eine richtige, denn in den letzten Jahren war der Ball wieder gut besucht. Der österreichweit seit Jahren durchgeführte Nationale Radwandertag hat sich in Selzthal auch zu einer gut besuchten Veranstaltung entwickelt und findet nun regelmäßig zu Christi Himmelfahrt statt. Der Waschplatz, der von den Selzthalern gern in Anspruch genommen wird, wurde durch ständige Investitionen aufgewertet.

Im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit der letzten Jahre stand aber ohne Zweifel der Radmarathon, der sich zu einer besonderen Veranstaltung in unserer Gemeinde entwickelt hat. Dies konnte nur unter unentgeltlicher Mithilfe zahlreicher freiwilliger Helfer und durch das Engagement der Funktionäre möglich werden. Für den Erfolg kann man folgende Zahlen sprechen lassen: 1997 wurden 190 Teilnehmer verzeichnet, 1998 steigerte sich die Teilnehmerzahl auf 225, schließlich wurde 1999 erstmals eine Rekordmarke von 325 Teilnehmern erreicht, die die Mitarbeiter bei guten Witterungsverhältnissen an die Grenze des Machbaren heranführte. In den Jahren 2000 und 2001 konnten trotz widriger Wetterbedingungen jeweils um 240 Teilnehmer begrüßt werden. Der begleitende Zeltbetrieb fand in diesen Jahren fast ausnahmslos guten Anklang.

Der gute wirtschaftliche Erfolg durch die gute Auslastung dieser Veranstaltung machte es möglich, dass sich der Verein an verschiedenen sozialen und sportlichen Projekten beteiligen konnte: Im Jahre 1998, im Zuge des tragischen Bergwerkunglücks von Lassing, wurden € 1.600 Soforthilfe zur psychischen Betreuung der Kinder der Verunglückten gespendet, da zu dieser Zeit noch kein Zugang zu den Spendengeldern möglich war. 1999 folgte eine Spende in Höhe von € 1.450 an die Institution „Jugend am Werk“ in Liezen. Im Jahre 2000 wurden für die Selzthaler Fußballjugend Dressen im Wert von € 1.150 angeschafft. 2001 erhielt die Volksschule € 1.300 zur freien Verfügung. 2002 wurden die Kinderfreunde mit € 700 für den Bau des neuen Kinderheimes unterstützt. Es folgt die Funktionärsliste, welche anlässlich der Generalversammlung vom 31. März 2001 beschlossen wurde:


Obmann:  Hermann Möse   Schriftführer:  Stefan Michael Walch 
Stellvertreter:  Ing. Karl Schaunitzer   Stellvertreter:  Franz Werzer  
Kassier:  Karl-Heinz FRITZ  Ehrenobmänner:  August Eingang, Engelbert Peer  
Stellvertreter:   Franz Karner   Radsektion:  Manfred Pirz, Wolfgang Zorko  
Beiräte:  Gerhard Meixner, Alois Eckmann sen., Fölsner Manuel, Helga Almer   Kontrolle:  Ing. Josef Huber, Josef Holzmüller, Alois Dobesberger  
Waschplatz:  Karl Anderwald, Johann Wimmer      

Die Radsportsektion – umsichtig geleitet von Herrn Manfred Pirz – hat im Jahre 2001 sensationelle Leistungen erbracht, dies belegt die Aufstellung der Vereinspunktewertung, die eine Gesamtkilometerzahl von 24500,5 für dieses Jahr und weitere großartige sportliche Erfolge ausweist.

Im Jahre 2002 erwiesen sich die Selzthaler Radsporttage als die erfolgreichsten der letzten Jahre, es wurde mit insgesamt 511 gemeldeten Teilnehmern ein neuer Rekord aufgestellt. Den sportlichen Reigen eröffnete der von der Radsportsektion durchgeführte 7. Bergsprint am ersten Samstag im August, hier verzeichnete man mit 64 Athleten eine gute Teilnehmerzahl. Die Hauptveranstaltung, der Radmarathon, folgte am Sonntagmorgen, wobei sich das Wetter für eine Touristikfahrt als günstig zeigte. So waren wir als Veranstalter über den Ansturm auf die Nachnennungsschalter überrascht. Als schließlich der Start freigegeben wurde, wälzte sich ein beeindruckender Strom von Radfahrern durch unseren Ort. Bereits nach 2:09.07 Stunden erreichte der erste Fahrer der 90 km Strecke wieder das Ziel, letztlich bewältigten 312 Fahrer diese Strecke. 4:09.42 Stunden nach dem Start erreichte der erste von 135 Fahrern der Klassik-Strecke (150 km) das Ziel. Dort erhielten die vorgemeldeten Radfahrer das begehrte Selzthaler Radmarathontrikot. Nach Bewältigung der Strecken konnten sich die Sportler im Festzelt stärken.

Als Resümee zeigt diese natürlich lückenhafte Aufzählung von Veranstaltungen, ehrenhaften Tätigkeiten und kameradschaftlichem Zusammenarbeitens einen lebendigen Verein mit zwar kurzer aber bemerkenswerter und bewegter Geschichte. (Verfasser: Mag. Stefan Michael Walch)


Unsere Verstorbenen

Ing. Josef Huber
Fliesenlegermeister Franz Karner

(C) 2005 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken